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Ein Netz der Hoffnung
25 Millionen Menschen sind laut UNO-Angaben bisher weltweit an AIDS gestorben. Über 33 Millionen leben heute mit HIV/AIDS. Längst betrifft der Virus Menschen in allen Teilen der Welt. Die Steyler Missionsschwestern haben daher im Jahr 2002 den Bereich HIV/AIDS zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt.
Sambia im südlichen Afrika gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. 20 Prozent der Bevölkerung sind infiziert. Mindestens 750.000 Kinder haben durch AIDS ihre Eltern verloren. In Livingstone gibt es ein katholisches Heim für diese Waisenkinder, in dem zwei Steyler Schwestern arbeiten. Die Kinder werden im Alter von fünf und zehn Jahren aufgenommen und können bleiben, bis sie für sich selbst sorgen können oder in ihrer Großfamilie aufgenommen werden. In Mosambik arbeiten Steyler Schwestern in einem Bewusstseinsbildungsprogramm. In Beira führen Schwestern zwei Gruppen für Menschen, die mit HIV oder AIDS leben. Bei den Treffen können sie ihre Freuden und Leiden teilen, erhalten von den Schwestern nützliche Informationen und werden mit Nahrungsmitteln versorgt. Wenn nötig, wird auch medizinische Hilfe angeboten. Darüber hinaus besuchen die Schwestern regelmäßig die Familien der Umgebung und laden zu Treffen ein, bei denen sie über HIV/AIDS informieren. In der Pazifik-Region ist Papua Neuguinea das Land mit der höchsten Zahl an HIV/AIDS-Fällen. Die aus Deutschland stammende Schwester Tarcisia Hunhoff ist hier nationale Koordinatorin der katholischen Bischofskonferenz für HIV/AIDS. Sie hat bald 30 kirchliche Beratungs- und Betreuungszentren landesweit eröffnet, Informationsbroschüren drucken lassen und Mitschwestern aus verschiedenen Ländern für diese Arbeit ausgebildet. Als Mitglied des staatlichen AIDS-Rats wirkt sie maßgeblich an den Maßnahmen der Regierung mit. In Irkutsk in Sibirien besucht eine Steyler Schwester im Kinderkrankenhaus regelmäßig HIV-positive Kinder, die von ihren AIDS-kranken Müttern nach der Geburt hier zurückgelassen wurden. In Russland gibt es diese Möglichkeit. „Das ist besser, als wenn sich die Frauen anderweitig ihrer Kinder entledigen würden“, erklärt die Steyler Schwester. „Die Mütter könnten nicht für ein Kind sorgen, sie sind AIDS-krank, arbeiten als Prostituierte oder sind drogen- oder alkoholabhängig.“ Eine weltweite Todeskrankheit Fast in jedem Land, in dem die Steyler Missionsschwestern tätig sind, arbeiten einige im Bereich HIV/AIDS. Schließlich haben sie dieser Arbeit auf ihrem zwölften Generalkapitel 2002 Priorität eingeräumt. „HIV/AIDS ist zu einer weltweiten Todeskrankheit geworden, die Leben nicht mehr nur in ganz Afrika bedroht, sondern in vielen anderen Gebieten der Welt“, wurde dort festgehalten. „Diese Gefahr berührt nicht nur das Leben der Erkrankten, deren Familien mit einer Vielzahl von Kindern, die als Waisen zurückbleiben, sondern die ganze Gesellschaft.“ Drei Jahre später fassten die Missionsschwestern in einem umfangreichen Dokument alle ihre Tätigkeiten im Bereich HIV/AIDS zusammen. „Diese Männer, Frauen und Kinder, denen ihr Hoffnung gebt, sind keine Statistiken“, schreibt die damalige Generaloberin Agada Brand im Vorwort. „Sie sind Individuen mit Gesichtern und Namen. Es sind Menschen in Familien und Gemeinschaften. Ihre Geschichten zeigen, dass kleine Schritte, wenn man sie zusammenfasst, große Sprünge für die globale Gemeinschaft sein können.“ Im Folgenden zählt sie einige dieser kleinen Schritte auf: das Anlegen eines Gemüsegartens, um die Ernährung der Patienten zu verbessern; ein offenes Ohr für jene, die ihr Herz ausschütten möchten; die Mitarbeit in einer Hilfsorganisation … Am Ende des Vorworts erklärt Schwester Agada Brand, warum es sinnvoll ist, all diese Beispiele zusammenzufassen: „Um zusammen ein Netz der Hoffnung zu weben, das eine Quelle der Inspiration und Ermutigung für uns alle sein kann. Dieses Netz ist auch eine Würdigung für alle unsere Schwestern und Mitarbeiter und eine Anerkennung für das, was sie tun, um in unseren Brüdern und Schwestern, die mit AIDS kämpfen, die Hoffnung zu stärken.“ Welt-AIDS-Konferenz Vom 18. bis 23. Juli findet in Wien die 18. Internationale Welt-AIDS-Konferenz statt, zu der rund 30.000 TeilnehmerInnen erwartet werden. Die Welt-AIDS-Konferenz findet alle zwei Jahre statt und ist der weltweit wichtigste Kongress, bei dem wissenschaftliche, programmatische und politische Entwicklungen zum Thema HIV/AIDS veröffentlicht und diskutiert werden. Auch Vertreter der Kirche werden bei der Konferenz dabei sein, darunter der Bischof von Francistown/Botswana, der Steyler Missionar Frank Nubuasah. Am 17. Juli wird es eine interreligiöse Vorkonferenz mit Vertretern von christlichen, jüdischen, muslimischen und buddhistischen Hilfseinrichtungen geben. Am 17. und 20. Juli finden Gebete der Religionen statt, am 18. Juli wird Bischof Klaus Küng im Stephansdom einen Gottesdienst zelebrieren.˝
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©
Brigitte Veinfurter aus: Stadt Gottes Juli 2010
Seite 38
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